Vaclav Pozarek
NEON
16 Teile, Gips, 1994



Liebe Freundinnen und Freunde des Atelier Amden,

Nach der Sommerpause, am Samstag, 2. September 2017, 14-17 Uhr feiern wir
Vaclav Pozarek (geb. 1940, lebt in Bern), der für das Atelier Amden die permanente Arbeit quasi due buchi (2017) realisierte und zu seiner Intervention ein Künstlerheft gleichen Titels geschaffen hat. Pozarek ist Plastiker und Grafiker. Er arbeitet mit einer an Konstruktivismus, Minimalismus und der Konzeptkunst geschulten visuellen Sprache. Wir stellen Ihnen im Beisein des Künstlers das Heft und die Intervention vor. Zu sehen sind im Atelier Amden zudem weiterhin Arbeiten von Karin Sander und Louise Guerra. Das Atelier Amden ist ab der Busstation Lehni in Amden (Parkplatz) zu Fuss auf einem Wanderweg in ungefähr 20 Minuten erreichbar. 
Herzlich Willkommen!
Roman Kurzmeyer


Programm 2017

Die 2015 begonnene Neuausrichtung unseres Programms zeigt sich in der zeitlichen Ausdehnung und Verschränkung verschiedener Projekte. Die Gebrauchsbilder von Karin Sander, die seit 2014 im Atelier Amden ausgestellt sind, bleiben weiterhin zu sehen und nehmen dabei beinahe unmerklich die Patina des Ausstellungsortes an. Letztes Jahr modellierte das Louise Guerra-Kollektiv eine Plastik, die seither zusammen mit einem Kleid, das dabei von den Künstlerinnen getragen wurde, im Atelier Amden ausgestellt ist. Da die filigrane Plastik aus ungebranntem Ton besteht, wird sie unter den gegebenen Bedingungen ihrer Präsentation – im Wind und Wetter ausgesetzten Stall – allmählich zerfallen. Louise Guerra wird diesen Sommer das Projekt wiederaufnehmen und das CHAPTER 16 – X MODES robes-poèmes beenden. Ebenfalls im kommenden Sommer wird die britische Künstlerin Elizabeth Wright, die schon in den Jahren 2003 und 2009 Arbeiten im Atelier Amden zeigte, mit der Realisierung ihrer digitalen Skulptur Tantum beginnen. Wright wird die Oberflächen des Gebäudes einscannen und die Daten für einen Film verwenden, der nach Fertigstellung auf der Webseite eingesehen werden kann. Und schliesslich wird der Berner Künstler Vaclav Pozarek im laufenden Jahr eine skulpturale Intervention vornehmen. Es ist eine feine, kaum wahrnehmbare Ergänzung am Gebäude, das Pozarek wie eine anonyme Skulptur betrachtet.




LOUISE GUERRA.
CHAPTER 16 – X MODES robes-poèmes (2016–2017)

„Louise is a character so huge and complicated, multifarious and multifaceted, so achingly funny and sharp, you will sink or swim in her presence.“

Louise Guerra befasst sich in ihrer künstlerischen Arbeit mit Theorie und Praxis von Kollektivität. Sie ist einerseits eine fiktive Künstlerin, die sich Gedanken, Formen, Theorien, Methoden und Biographien anderer aneignet, um diese zu überprüfen und neu zur Diskussion zu stellen, andererseits ein Kollektiv, das mit Ausstellungen, Publikationen, Performances und weiteren Manifestationen an die Öffentlichkeit tritt. Louise Guerra ist eine Figur, deren Praxis auf andere Figuren aus unterschiedlichen historischen Epochen verweist, mit der sie den Vornamen teilt, und dabei unterschiedliche Handlungsräume zu entwerfen versucht. Im Chapter 16 - X MODES robes-poèmes ihres Schaffens, das sie vom 21. bis 22. Mai 2016 in Amden aufführte, thematisierte Louise Guerra, was Gemeinschaft jenseits von „shared working space“ und „digital communities“ bedeuten könnte.

In Anlehnung an die als Buch veröffentlichten Robes Poèmes von Sonia Delaunay und Jacques Damase hat Louise Guerra für ihr Louise-Kollektiv im Atelier Amden zwei Kleider entworfen, welche die Trägerinnen sowohl Nähe als auch Abhängigkeit erfahrbar machen liessen, da sich jeweils zwei Personen ein Kleid teilen mussten. Das Louise-Kollektiv im Atelier Amden umfasste vier Personen, die in zwei Kleidern zwei Tage im Atelier Amden verbrachten und dabei zusammen eine Plastik modellierten, zeichneten und malten. Louise Guerra lässt offen, ob das Louise-Kollektiv im Atelier Amden eine zum Leben erweckte Fiktion oder eine Fiktion von Leben ist. Eines der beiden Kleider und die Plastik sind seither im Atelier Amden ausgestellt.

Diesen Sommer wird Louise Guerra nach Amden zurückkehren, um das CHAPTER 16 abzuschliessen und den Gaden noch einmal als Atelier zu nutzen.



Neuerscheinung zur Geschichte des Atelier Amden.
Atelier Amden 1999–2015

Anya Gallaccio, Katharina Grosse, Anselm Stalder, Pawel Althamer, Bruno Jakob, Sarah Rossiter, Elizabeth Wright, Eva-Christina Meier, Rita McBride, Christine Streuli, Adrian Schiess, Annelies Strba, Bill Burns, Mai-Thu Perret, Erik Steinbrecher, Karin Hueber, Giorgio Sadotti, Pamela Rosenkranz, Eran Schaerf, Katalin Deér, Polly Apfelbaum, Kaspar Müller, Brian O'Doherty, Shirana Shahbazi, Vanessa Safavi, Karin Sander

Edition Voldemeer Zürich / de Gruyter 2015
Das Buch liegt in einer deutschen und einer englischen Ausgabe vor und kann ab sofort im Buchhandel bezogen werden.

«Eine aussergewöhnliche Konfrontation zeitgenössischer Kunst mit der Schweizer Berglandschaft, die zum Ort des sozialen Aufbruchs und des künstlerischen Experiments wurde.»
– Andreas Fanizadeh in: Taz. Die Tageszeitung, 22.12.2015



Edition von Shirana Shahbazi
Bei der Edition handelt es sich um Fotografien, die in der Ausstellung «Tageslicht» im Atelier Amden 2013 entstanden sind.



Shirana Shahbazi
Tageslicht, 2015
2-teilig, Ilfochrome, je 28 x 35 cm, Auflage: 9 + 3 ap
CHF 900.- (o. R.)
zu bestellen bei roman.kurzmeyer@bluewin.ch




Karin Sander «Gebrauchsbilder / Patina Paintings»

Seit 15. Juni 2014 zeigt Karin Sander im Atelier Amden die Ausstellung «Gebrauchsbilder / Patina Paintings». Die Ausstellung ist jederzeit zugänglich, der Wanderweg ab Busstation Lehni zur Ausstellung ist markiert. Gutes Schuhwerk wird empfohlen.

Kommende Veranstaltungen im Rahmen der Ausstellung werden hier angezeigt.

«Die Gebrauchsbilder entstehen an dem Ort, an dem sie hängen. Die grundierten Bildträger werden ohne vorherige Manipulation an einen ausgesuchten Ort transportiert und verbleiben dort ungeschützt für einen zu bestimmenden Zeitraum. Sie sammeln die spezifische Patina ihres Ortes und bilden diesen ab. Dieser Vorgang des Aufnehmens kann unendlich lang andauern oder irgendwann unterbrochen werden. Zeitraum, Name des Ortes und Grösse bestimmen das Bild und geben ihm seinen Titel.»  Karin Sander

«The Patina Paintings, called Gebrauchsbilder in German [the term implies both that the canvases are consumer objects and that they fulfil a need] are created in the locations where they are hung. The primed image carriers are taken, without prior manipulation, to a selected location and remain exposed there for a period of time to be determined. They absorb and reproduce the specific patina of this location. This process of absorption can continue infinitely or be interrupted at some point. Duration, the name of the location, and size determine the painting and provide its title.» Karin Sander




Zugverbindungen ab Zürich: jeweils 12 Minuten und 43 Minuten nach der vollen Stunde, umsteigen in Ziegelbrücke. Bus ab Ziegelbrücke nach Amden bis Station Lehni. Ab Station Lehni ist der Wanderweg zur Ausstellung markiert.